Russlands ABC-Abwehrchef: Großbritannien bastelt an neuartigen C-Waffen

Programme zur Entwicklung einer neuen Generation von Giftstoffen würden schon seit den 1970er Jahren in Westeuropa durchgeführt, so Kirillow. Großbritannien zähle zu jenen Staaten, die dieses Programm umsetzen, und habe enorme Erfahrung und Kenntnisse in der Entwicklung solcher Stoffe.

Wie Kirillow ferner betonte, befasst sich das Zentrum der britischen Chemie- und Biowaffenforschung „Porton Down“ mit der Entwicklung und Untersuchung von Giftstoffen und befindet sich „durch einen glücklichen Zufall“ in der Nähe von Salisbury.

“Angesichts der neuesten Nachrichten über die Zuteilung von rund 50 Millionen Pfund Sterling durch die britische Regierung an dieses Labor, wollen die Wissenschaftler vom ‚Porton Down‘, denselben ‚Nowitschok‘ (dt: Neuling), den sie ausposaunen, vernichten?”, fragte Kirillow beim Briefing zum Fall des vergifteten Sergej Skripal, Ex-Oberst des russischen Auslandsgeheimdienstes GRU.

Am 4. März wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag mit dem Nervengift А234, auch bekannt als „Nowitschok“.

Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin Theresa May erklärte, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stecke. Moskau weist den Vorwurf zurück. Bereits zuvor hatten Medien berichtet, dass May Russland die Schuld in die Schuhe schieben wolle.

Russland erklärte sich bereit, sich an den Ermittlungen zur Causa Skripal zu beteiligen. London verweigert Moskau allerdings ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien und verstößt dadurch nach russischen Angaben gegen die Chemiewaffenkonvention.

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